Urlaub in Uganda: Die Perle Afrikas


 
 
 

Wanderungen zu wild lebenden Berggorilla-Familien, Safari-Touren durch einen der zehn Nationalparks des Landes oder eine Fahrt auf dem Nil zu den Murchison Falls – Uganda weiß auf ganz eigene Art und Weise zu beeindrucken.

Früh am Morgen geht es los. Wenn die ersten Sonnenstrahlen über die Berggipfel blitzen, wandern bereits kleine Gruppen aus Rangern und Touristen durch den dichten Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks. Sie folgen den Spuren der berühmten Berggorillas in Uganda.

In der Region leben rund 400 ihrer Art, neun Gruppen sind habituiert, also an Menschen gewöhnt. „Es werden jeweils acht Touristen einer Gorilla-Gruppe zugeteilt“, erklärt Yvonne Hilgendorf. Die 37-Jährige kam vor zehn Jahren für ihre Diplomarbeit nach Uganda, verliebte sich in das Land und blieb. Heute bietet die Deutsche mit ihrer eigenen Firma vielfältige Ausflüge in Ostafrika an und begleitet auch Berggorilla-Touren.

Berggorilla Tracking – Auf zu den sanften Riesen

Die Tracker sind schon voraus gelaufen und haben die Mubare-Gruppe aufgespürt. Es ist die erste Familie, die 1993 an Menschen gewöhnt wurde. „Je nach Aufenthaltsort der Gorilla-Gruppe kann die Wanderung zwischen 30 Minuten und sechs Stunden dauern“, weiß Yvonne Hilgendorf. „Eine Grundfitness wird daher vorausgesetzt, Gäste mit Laufbeschwerden können aber auch getragen werden.“

Plötzlich bleibt der Guide stehen und lauscht in den Wald hinein. Es knackt im Funkgerät, die Tracker geben die aktuelle Position der Mubare-Gruppe durch. Jetzt sind Ranger und Touristen weniger als zehn Minuten von den Gorillas entfernt. „Hier legen wir die Rucksäcke ab und nähern uns nur mit der Kamera den Tieren“, flüstert die Auswanderin. Auf einer Lichtung sitzen zwei junge Gorillas und knabbern an Ästen. Sie blicken kurz zu den Menschen hinüber und kauen gemütlich weiter. Ganz in der Nähe hält eine Gorilla-Mutter ihr Kleines auf dem Arm, ein beeindruckender Silberrücken stolziert hin und her.

Die Berggorillas verhalten sich wie eine Familie, sie zeigen menschliche Gesten und Gesichtsausdrücke. Stundenlang könnte die Gruppe ihnen zusehen, doch bereits nach wenigen Minuten ziehen sich die Gorillas zurück und verschwinden im Busch.

Nachhaltiger Tourismus in Uganda

Uganda gehört zu den letzten drei Ländern, in denen Berggorillas in der freien Wildnis beobachtet werden können. Nur noch etwa 1.000 ihrer Art leben in den Regenwäldern im Länderdreieck zwischen Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. „Europäische Kolonialisten und die lokale Bevölkerung hätten die Primaten beinahe ausgerottet“, erklärt Stephen Asiimwe, CEO des Uganda Tourism Board. „In den letzten Jahren hat sich die Population jedoch deutlich erholt.“

Während im Virunga Massiv in Uganda im Jahre 2010 noch 480 Tiere lebten, konnten vor kurzem 604 Berggorillas gezählt werden. Gemeinsam mit den 400 Tieren im nahe gelegenen Bwindi Impenetrable Forest zählt Ostafrika – und damit die Welt – derzeit 1.004 Berggorillas. „Dieser herausragende Erfolg zeigt, was die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Regierungen bewirken kann“, erzählt Stephen Asiimwe stolz. „Die Zukunft des nachhaltigen Tourismus in Uganda und Afrika hat begonnen.“

Einige der in Uganda beheimateten Gorilla-Familien sind habituiert, das heißt an den Besuch von Menschen gewöhnt. Die meisten dieser Gruppen leben im Bwindi Impenetrable Nationalpark, der 1994 in die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. „Zu Beginn des Trackings erhalten die Touristen vom Ranger eine genaue Einweisung, was zu erwarten ist und wie man sich verhalten soll“, erklärt die deutsche Auswanderin Yvonne Hilgendorf.

Der Standort einer Familie wird mit Hilfe von Spuren und dem Aufenthaltsort der Gruppe am vergangenen Tag bestimmt. Haben die Ranger die jeweilige Gruppe gefunden, dürfen die Reisenden sie für rund eine Stunde besuchen und aus einer Entfernung von mindestens sieben Metern beobachten.

In Uganda treffen Reisende nicht nur auf Berggorillas, sondern auch auf die nächsten Verwandten des Menschen, die Schimpansen.

Rund 5.000 Tiere leben in den Wäldern, sie können zum Beispiel im Budongo Forest beobachtet werden. Er gilt als größtes und besterhaltenes Regenwaldgebiet Ostafrikas und beheimatet 650 Schimpansen, von denen drei Gruppen an Menschen gewöhnt sind. Anders als bei den eher ruhigen Berggorillas geht es bei den Schimpansen aber mitunter lautstark zur Sache.

Neben dem Gorilla- und Schimpansen-Tracking gehört auch die Big Five Safari zu den Highlights einer Uganda-Reise. Denn in ugandischen Nationalparks und Schutzgebieten leben auch Elefanten, Löwen, Büffel, Leoparden und Nashörner. Gemeinsam mit den beiden Primatenarten bilden sie die ugandischen Big Seven.

Safari-Touren – Ein echtes Abenteuer

Insgesamt laden zehn Nationalparks zu Naturerlebnissen in Uganda ein. Neben abenteuerreichen Safaris locken auch aussichtsreiche Bootsfahrten. Besonders sehenswert sind die Wasserfälle im Murchison Falls Nationalpark. Hier zwängt sich der Nil durch eine sieben Meter breite Schlucht und stürzt über 40 Meter in die Tiefe. Bei einer Bootstour auf dem längsten Fluss der Welt können Reisende unzählige Vogelarten erspähen.

Vom Wasser des Kazinga-Kanals im Queen Elizabeth Nationalparks lassen sich Krokodile und Nilpferde sichten. In der Ishasha-Sektion des Parks erleben Besucher außerdem eine weltweit einzigartige Besonderheit, denn hier leben die sogenannten Baumlöwen. Die Wildkatzen bevorzugen Feigenbäume und klettern vor der Abenddämmerung zurück auf den Boden. Auf einer Pirschfahrt durch den Park lohnt sich also der Blick in die Baumwipfel und mit etwas Glück können gleich mehrere Löwen auf einem Baum gesichtet werden.

Für die meisten Urlauber ist jedoch das Berggorilla-Tracking der Höhepunkt ihrer Uganda-Reise und auch Auswanderin Yvonne Hilgendorf ist nach wie vor begeistert. „Das Aufeinandertreffen mit den Gorillas ist ein unbeschreibliches Gefühl“, schwärmt die 37-Jährige. „Vor allem die niedlichen verwuschelten Kleinen oder der beeindruckende Silberrücken nehmen einem den Atem. Und wenn man tatsächlich den Blick eines Gorillas einfängt, ist es, als wenn man sich selbst in ihm findet.“

Naturwunder im Herzen Afrikas

Uganda ist ein Binnenland im östlichen Zentrum Afrikas und liegt unmittelbar am Äquator. Von Winston Churchill erhielt es einst den Beinamen „Die Perle Afrikas“ – ein klangvoller Name, der vielfältige Naturschönheiten verheißt. Der britische Staatsmann hatte Recht, schließlich befinden sich einige der größten Attraktionen des afrikanischen Kontinents in Uganda: Das UNESCO-Weltnaturerbe der Rwenzori-Berge, die Quelle des Nils und mit dem Viktoriasee der drittgrößte See der Welt.

Dank unterschiedlicher Klimazonen lockt Uganda mit abwechslungsreichen Landschaften und beheimatet eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. „Uganda ist besonders vielseitig und bietet Seen, Bergketten, Vulkane, Savannen, Regenwald aber auch Teeplantagen“, zeigt Auswanderin Yvonne Hilgendorf die Vielfalt ihrer Wahlheimat auf. Mehr als 50 große Säugetierarten sind hier zuhause, Ornithologen offenbart sich ein Paradies mit mehr als 1.000 Vogelarten.

Besucher können seltene Schuhschnabelstörche, Schimpansen und gigantische Flusspferde beobachten, außerdem leben in Uganda die für den afrikanischen Kontinent einzigartigen Baumlöwen. Auf Safaris können mit Elefanten, Nashörnern, Büffel, Löwen und Nilpferden auch die berühmten Big Five erspäht werden. Zu den Höhepunkten einer Uganda-Reise zählen jedoch die Begegnungen mit den sanften Riesen der Wälder, den Berggorillas.

Urlaub fernab vom Massentourismus

Vom Massentourismus blieb Uganda bisher verschont und Schlange stehen im Pirschfahrzeug am Wasserloch ist nicht zu befürchten. Vielmehr sind in vielen Nationalparks und Schutzgebieten ganz private Safari-Erlebnisse möglich. Auch vom Klima her ist Uganda äußerst angenehm. Da große Teile des Landes über 1.000 Metern Höhe liegen, schwanken die gemäßigten tropischen Temperaturen im zentralen Landesteil zwischen 15 und 27 Grad. Ein Besuch lohnt sich daher das gesamte Jahr über, wobei die optimale Reisezeit zwischen Juli und September sowie zwischen Dezember und Februar liegt.

Ein weiterer Vorteil: Reisende aus Deutschland haben kaum mit Jetlag zu kämpfen, denn die Zeitverschiebung beträgt in der Sommerzeit lediglich eine und in der Winterzeit zwei Stunden.